Wappen und Erläuterung von Familiennamen
Albrecht, Bernhardt, Depping, Dietzmann, Freiberg, Fritsch, Graf, Grote, Hagedorn, Hilker, Hüsing, Jürgens, Kastner, Klippel, Kopec, Otten, Richter, Riemer, Salzmann, Sandmann, Schmickler, Sommer, Stark, Stock, Unverzagt, Vogel, Wallenstein, Walther

 

Die Ahnensuche und die Wappensuche helfen Ihnen bei der weiteren Familienforschung.


Albrecht
  Albrecht ist aus einer jüngeren Form des deutschen Rufnamens Adalbrecht (adal + beraht) Familienname entstanden.

Die sehr hohe Anzahl heutiger Familiennamen, die aus Kurz- und Koseformen bzw. regionalen Varianten von Adalbrecht hervorgegangen sind, zeugt für die große Verbreitung des Rufnamens zur Zeit der Familiennamenentstehung (12.-15. Jh.).

Die beiden Namenbestandteile (adal + beraht) sind z. B. in folgenden Familiennamen enthalten: in Adelbert, Albert und Albrecht, in Ab(b)recht, Apprecht, Appert, Aubrecht und Obrecht im alemannischen Raum, in den ostmitteldeutschen Mundartformen Olbrecht, Olbrich(t), Ulbrich(t), Ulbrecht, Ulbrig, Ulbert.
Patronymische Ableitungen sind u. a. niederdeutsch Alber(t)s, westfälisch Alberding, oberdeutsch Alberter und die latinisierte Form Alberti.

Zu der niederdeutschen Kurzform Abbe gehören die patronymischen Bildungen Abbes, Abben, Abing.
Weitere Ableitungen von Adalbrecht begegnen uns in den Familiennamen Abel(e), Abeling, Abelmann, Abeln, Abels, Aber, Aberl(e), Oberle, Oberlin, Elbel, App(e), Äpple, Ap(p)el, Appelt, Op(p)el, Oppelt, Apetz, Apitsch, Apitz, Opitz, Auber, Auberle, Auberlin.
Aubert und die eingedeutschte Form Obert gehen auf eine französische Form von Adalbrecht zurück und sind oft hugenottischer Herkunft.
Den Familiennamen Ebel, Ebl, Ebeler, Ebeling, Ebelmann, Eble, Ebli kann eine Kurzform von Adalbrecht oder Eberhard zugrunde liegen.
Familiennamen wie z.  B. Brecht, Brechtel, Precht(l) können aus Kurz- bzw. Koseformen von Adalbrecht entstanden sein, doch ist hierbei eine Ableitung von anderen häufigen Namen (Berchtold, Engelbrecht, Lambrecht, Ruprecht u. a.) ebenfalls möglich.


Bernhardt
Bernhardt oder Bernhard ist aus dem gleich lautenden Rufnamen (ber[a]nu + harti) entstandener Familienname.

Depping
  Depping ist die patronymische Form auf -ing zu Deppe. Deppe ist eine Kurzform der von Detbert (thiad + beraht) oder Detmar entstandener Familienname.

Dietzmann
  Dietzmann ist eine Erweiterung von Dietz, Dietze mit "-mann". Dietz ist eine mit -z-Suffix gebildeten Koseform von Rufnamen, die mit »Diet-« beginnen (z.B. Dietrich). Oder Herkunftsname zu dem Ortsnamen Diez (Rheinland-Pfalz).

Freiberg
Freiberg leitet sich aus gleichnamigen Ortsnamen ab.

Fritsch
  Fritsch ist ein aus einer ostmitteldeutschen bzw. alemannischen Koseform von Friedrich entstandener Familienname.

Friedrich aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen (fridu + rhhi) entstandener Familienname.

Die große Anzahl heutiger Familiennamen, die sich von Friedrich ableiten, erklärt sich aus der Beliebtheit dieses alten deutschen Kaiser- und Königsnamens im Mittelalter. Vor allem Kaiser Friedrich I. Barbarossa (12. Jh.) trug zur Verbreitung und Beliebtheit des Rufnamens zur Zeit der Familiennamenentstehung (12.-15. Jh.) bei, sodass allein die Familiennamen Friedrich und Friedreich zusammen unter den 50 häufigsten Familiennamen anzutreffen sind.

Als Varianten von Friedrich begegnen uns u. a. die Familiennamen Fräd(e)rich, Frederich, Frederik, Fredrich im Norden, Friedreich im Süden des deutschen Sprachgebiets.
 

Bildungen im Genitiv zu Friedrich sind die latinisierte Form Friderici sowie die im Westen und Norden Deutschlands verbreiteten Familiennamen Friederichs, Friedrichs, Frerichs.

Friederichsen ist typisch für Norddeutschland, insbesondere für Schleswig. Friedricher ist im südlichen Teil des deutschen Sprachraums heimisch.

Familiennamen wie Feck, Fecke, Fecken, Fekken, Fedde, Fedderke, Fedders, Feddersen sind aus niederdeutschen oder friesischen Ableitungen von Friedrich hervorgegangen.

Niederdeutscher Herkunft sind auch die aus Kurz- und Koseformen von Friedrich entstandenen Familiennamen Frede, Fredeke, Fredekind, Frerk, Fick(e) und meistens Fricke, eher oberdeutsch ist hingegen der Familienname Frick.

Von den aus Koseformen von Friedrich entstandenen Familiennamen kommt Fritz am häufigsten vor.

Ableitungen von Fritz sind Familiennamen wie Fritzel, Fritzen, Fritzke.

Die Familiennamen Frisch und Fritsche können sowohl im alemannischen als auch im ostmitteldeutschen Gebiet auftreten. Die Schreibvarianten Fritzsch(e) sind typisch für das Ostmitteldeutsche, der Familienname Fritschi für die Schweiz.

Weitere Ableitungen von Friedrich sind die Familiennamen Fried(e), Fried(e)l, Friedlein, Fried(e)mann.


Graf
  Der Name Graf wurde nach einem Dienst- bzw. Ortsabhängigkeitsverhältnis vergeben oder verwendet. Oder ist  aus dem Amtsnamen für den Dorfschulzen oder den Vorsteher verschiedener Ämter (z.B. Holzgraf) entstanden.

Grote
Grote kommt von Groot (großartig)

Hagedorn
Hagedorn ist der Wohnstättenname zu Weißdorn, Hagedorn. Oder der Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen (Niedersachsen, Westfalen, Schleswig-Holstein). Bekannter Namensträger: Friedrich von Hagedorn, deutscher Schriftsteller (18. Jh.).

Hilker
Hilker kommt von Hilger, d.h. aus dem alten deutschen Rufnamen Hiltger  gebildeter Familienname.

Hüsing
Hüsing ist der Standesname zu mittelniederdeutsch hksink (Hausmann, Bauer). Oder Wohnstättenname zu mnd. husinge (Behausung, Haus). Außerdem kann es der Herkunftsname zu Ortsnamen wie Hüsingen (Baden-Württemberg), Hüssingen (Bayern) u. a. sein.

Jürgens
  Jürgen ist auf eine niederdeutsche Form von Georg zurückgehender Familienname. Jürgens ist der starke Genitiv zu Jürgen.

Kastner
Amtsnamen zu mittelhochdeutsch kastner (Verwalter des Kornkastens), später Einnehmer und Aufseher über die Einkünfte an Fürstenhöfen, Klöstern usw., Rentmeister, Kästner, Kassenführer.

Klippel
Klippel ist durch Entrundung entstandene Form von Klüppel. Klüppel ist entstanden aus mittelniederdeutsch kluppel (Knüppel), übertragen für einen groben Menschen.

Kopec
 

Der Name Kopec ist das tschechische Wort für "Hügel" oder "Berg". Der Familienursprung liegt vermutlich im osteuropäischen Bereich.

In der Herbarz Polski (Kasper Niesiecki, S. J., Lipsk [ Leipzig ] Edition, 1839-1846) wird das Familienwappen der Kopec, das hier dargestellt ist, beschrieben. Die Entstehung des Wappens führt sich u.a. auf die Schlacht gegen die Preußen im Jahr 1190 zurück. Das Lubisz-Wappen war nicht nur einer Familie zugeordnet, sondern findet sich in mehreren polnischen Familien als Familienwappen.

Die Familienkunde des deutschen Adels vom 16. bis 20. Jahrhundert des Instituts Deutsche Adelsforschung nennt die Familie Kopec als Adelsfamilie.


Otten
Otten ist abgeleitet von Otto. Otto ist aus dem gleich lautenden Rufnamen, einer verselbstständigten Kurzform von Namen, die mit dem Namenwort gebildet sind (z.B. Ottmann, Ottwein). Als Name deutscher Könige und Kaiser spielte Otto im Mittelalter eine bedeutende Rolle in der Namengebung.

Neben den Varianten Ott und Otte begegnen uns die Ableitungen Otten(s), Ottsen, Oetjen, Oetke(n), Oett(e)l, Öttl, Oettle, Öttle, Oettlin, Oetzel unter den heutigen Familiennamen.


Richter
Richter leitet sich aus dem Amtsnamen zu mittelhochdeutsch Rihtære, d.h. Lenker, Ordner, Oberherr, Richter ab.

Riemer
 

Riemer ist der mittelhochdeutsche Berufsname zu  Riemenschneider oder Riemenmacher; im niederdeutschen auch Remer.

Das dargestellte Riemer Wappen wurde 2004 entworfen und symbolisiert die Regionen Baiersdorf, Lippe und Bremen.


Salzmann, Saltzmann

Berufsname auf -mann zu mittelhochdeutsch Salz für den Salzhändler. Die Familienkunde des deutschen Adels vom 16. bis 20. Jahrhundert des Instituts Deutsche Adelsforschung nennt die Familie Salzmann als Adelsfamilie.

Sandmann
Ableitung von Sand mit dem Suffix -mann. Oder Berufsname auf -mann für den Sandverkäufer. Außerdem in Schleswig war der santman auch der "aus den freien Landeigentümern gewählte Geschworene oder Richter" (dänisch sandemand).

Schmickler
vorwiegend im Bereich Köln-Bonn anzutreffender Berufsname auf -ler zu mittelniederdeutsch smicke (Peitsche) für den Hersteller oder den Fuhrmann.

Sommer
  • Übername zu mittelhochdeutsch. sumer, mnd. som(m)er (Sommer) nach einem Zinstermin oder einer Arbeitsverpflichtung.
  • Wohnstättenname für jemanden, der an der Sonnenseite siedelte.
  • Berufsübername oder Berufsname zu mhd. soumære, sommer, mnd. somer(e) (Saumtier, Führer von Saumtieren).
  • Berufsübername zu mhd. sumber, sommer (Geflecht, Korb; Getreidemaß, Scheffel; Handtrommel, Pauke) für einen Korbflechter, Hersteller/Benutzer von Scheffeln oder Musikanten.
  • Niederdeutscher Übername zu mnd. somer (ein langer, schlanker, gerader Pfahl oder Baum).
  • Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen (Österreich).

Stark
Übernamen zu mittelhochdeutsch starc (stark, gewaltig, kräftig, schlimm, böse), mittelniederdeutsch stark, sterk (stark, kräftig, gewaltig).

Stock
Übername zu mittelhochdeutsch stoc (Stock, Knüppel, Stab; Baumstamm, Baumstumpf), bildlich für einen steifen, eigenwilligen Menschen. Oder gelegentlich Herkunftsname zu den Ortsnamen Stock (Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schweiz), Stöck (Baden-Württemberg).

Unverzagt
Unverzagt ist die Bezeichnung für einen mutigen, ausdauernden Menschen.

Die Familienkunde des deutschen Adels vom 16. bis 20. Jahrhundert des Instituts Deutsche Adelsforschung nennt die Herren von Unverzagt als Adelsfamilie.

 


Vogel
  • Übername zu mhd. vogel (Vogel) für einen fröhlichen, sorgenfreien Menschen.
  • Berufsübername für den Vogelsteller.
  • Gelegentlich auf einen Hausnamen zurückgehender Familienname.

Wallenstein
tschechisches Geschlecht, das sich nach dem Stammschloss Waldenstein oder Waldstein bei Turnau benannte.

Walther
aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen (walt + heri) entstandener Familienname. Als Varianten von Walther begegnen uns die Familiennamen Walter, Walthier, Welter, Wolter, Wöhler. Patronymische Formen hierzu sind z. B. die Familiennamen Walters, Wolters, Wohlers, Welters, Waltering, Woltering. Bei dem Familiennamen Waltereit handelt es um eine ursprünglich in Ostpreußen verbreitete patronymische Bildung zu Walther mit dem litauischen Suffix -eit. Aus Koseformen von Walther sind u. a. die Familiennamen Wälti, Welte, Welti, Wal(t)z, Weltz, Welz, Wolz, Waltke, Walzel, Woelk(e) hervorgegangen.

Das Wappen der Walther ist wie folgt beschrieben: Schild in Gold, eine schwarze eingeschweifte Spitze, belegt mit einem rot bewerten und rot gekrönten goldenen doppelschwänzigen Löwen, vorne ein natürlicher Eichenzweig, hinten zwei schwarz begriffte, silberne gekreuzte Schwerter. Helmzier über dem schwarz-gold bewulsteten Kampfhelm mit drei goldene Straußenfedern. Die Decke ist in den Farben schwarz-gold.


Copyright © T. Riemer 2003-2004  www.riemerundco.de